Schlaflos im 2. Weltkrieg: Die pharmazeutische Wunderwaffe
Ein Dokumentarfilm von Sönke el Bitar
Der zeitgeschichtliche Dokumentarfilm „Schlaflos im 2. Weltkrieg“ deckt eines der größten Tabus der deutschen Militärgeschichte auf: Die Rolle leistungsfördernder Arzneimittel von der NS-Zeit bis in die Gegenwart.
"Die Deutschen nutzen eine Wunderpille" kommentiert die britische Presse das unberechenbar rasante Tempo der Wehrmacht nach dem Westfeldzug gegen Frankreich. Mit der deutschen Erfindung ,Pervitin' scheinen die Soldaten geradezu Übermenschliches leisten zu können. Ein Experte: "Der Blitzkrieg war amphetamingesteuert."
In unmenschlichen Versuchen an Häftlingen wird die richtige Dosierung getestet. Übermüdete Kindersoldaten, die tagsüber die Schule und nachts an der Flak bestehen müssen, bekommen Pervitin auf Befehl: "Jeden Abend haben wir das bekommen. Das konnte man nicht verweigern."
In den Ein-Mann-Torpedos und Zwei-Mann-U-Booten der deutschen Marine ist das Weckmittel fest eingeplant. Ehemalige „Seehund“-Fahrer berichten von den Tag und Nacht währenden Einsätzen in der stürmischen Nordsee der Wintermonate 1944/45.
Trotz gravierender Nebenwirkungen und erheblicher Suchtgefahr gehört Pervitin auch nach dem Krieg beständig zur Ausrüstung von Bundeswehr und NVA.
TECHNISCHE DETAILS:
Laufzeit: 52 Minuten
Sprache/Ton: Deutscher Originalton
Bildformat: HD Cam 16:9
Regie: Sönke el Bitar
Produktion: Michael Truckenbrodt
Extras: Wendecover, Trailer